Der neue Schauer-Schocker

Von einem der auszog, das Gruseln vorzulesen und der sich fragt, ob Horror-Groschenromane heute überhaupt noch gruselig sind.

Vor einiger Zeit bin ich auf eine Groschenroman-Serie gestoßen, die vor gut 40 Jahren im September 1974 gestartet ist und es auf insgesamt 46 Hefte gebracht hat, bis sie zwei Jahre später wieder eingestellt wurde. Man munkelt, dass die in den Heften häufig explizit beschriebene Gewalt damals dem Jugendschutz ein Dorn im Auge war…

Die Serie mit dem konstruierten Titel “Monstrula” aus der Feder von Richard Wunderer und publiziert im Martin Kelter Verlag, bediente das bei Groschenheften gerade aufkeimende Horror-Genre und erzählt die Geschichte eines jungen Reporter’s, der durch einen Fluch die unschöne Gabe bekam, Geister zu sehen und mit ihnen in Kontakt zu treten. Seitdem geht der Journalist neben seiner Arbeit heimlich auf Geister und Dämonenjagd.

Ein guter Käse

Klingt erstmal ziemlich cheesy. Nachdem ich mehrere Ausgaben gelesen habe, bin ich mir aber auch nicht so sicher, ob der Autor selbst das immer so ernst genommen hatte, was er da so verfasste.

Dennoch fasziniert mich die Serie auf mehrere Arten, was zum einen an den mysteriösen Coverbildern liegt und zum anderen vielleicht daran, dass die Hefte heute fast in Vergessenheit geraten sind. Wenn man sich die Anzeigen anguckt, die damals im Heft gedruckt wurden, fühlt man sich wie auf Zeitreise: Eine Kosmetikerin wirbt für eine Emulsion für straffe Büsten, die Diakonie für mehr Nächstenliebe und ein Nudelhersteller inmitten der gruseligen Handlung für seine profane Teigware.

Es gibt auch wirklich einige sehr gute Geschichten innerhalb der Serie, wobei jedes Heft eine in sich abgeschlossene erzählt. Der Protagonist entwickelt sich im Laufe der Serie aber weiter.

Da der Sprecher aus Leidenschaft bisher noch keine Grusel-Geschichten vorgelesen hat, ging die Faszination irgendwann soweit, dass er anfing die allererste Ausgabe von Monstrula einzusprechen. Hier und da ein Kapitelchen in der Freizeit garniert mit einfachen Synthesizer Musikbrücken zwischen den Kapiteln.

Der Kampf gegen die Geister beginnt

In Band 1 erfährt der Leser wie Jack Callum, so der Name des besagten Journalisten, zu seiner Sehergabe kommt und sich von nun an vornimmt, gegen Geister und Dämonen vorzugehen.

Wer also ein bisschen Trash und Grusel und hier und da eine Werbeunterbrechung mit vorgelesenen altmodischen Anzeigen erleben will, kann sich nun meinen Versuch anhören, den Grusel von damals erneut zu erwecken (Dafür gebe ich keine Garantie).

Hier stellt sich natürlich die Frage: Gruselt das einen heute noch oder sorgt das nur noch für ein Stirnrunzeln?

Findet’s heraus und sagt mir gerne Bescheid in den Kommentaren oder auf Twitter (@mmicksch), was ihr darüber denkt! Viel Spaß! :)

Und noch ein weiterführender Link für Interessierte. Andreas Decker vom Zauberspiegel hat hier alle Hefte rezensiert:

Zauberspiegel Rezensionen

Author: Marcus Micksch

Sprecher aus Leidenschaft, Animator und Abonnent von Das Leben und Die Menschen.

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